Bestände und Quellen aus sieben Jahrzehnten

Archiv

Über sieben Jahrzehnte sind in der Galerie Walu, bei Hammer Auktionen und durch eigene Sammeltätigkeit Bestände zusammengekommen, die es in dieser Form kein zweites Mal gibt: Karteikarten und Objektfotografien, Ausstellungsunterlagen und Auktionsdaten, Fotonachlässe und historische Postkarten. Ich erschliesse sie nach und nach und mache sie hier schrittweise zugänglich. Diese Seite ist ein erster Einblick.

Karteikasten der Galerie Walu mit farbigen Reitern, nach afrikanischen Kulturen geordnet

Objektkartei der Galerie Walu. Von «Baule bis Fang» bis «Stämme = Metall», daneben Museen, Kataloge und Kunstbücher.

Seit 1957

Archiv Galerie Walu

1957 gründeten meine Eltern René und Denise David die Galerie Walu. Was seither durch ihre und meine Hände ging, ist dokumentiert: Karteikarten mit Foto, Massen, Herkunft und Verbleib, geordnet nach Kulturen und Regionen. Dazu kommen die Korrespondenz mit Sammlern und Museen, die Unterlagen zu allen Ausstellungen, eigene Kataloge und eine über Jahrzehnte gewachsene Fachbibliothek.

Der Karteikasten war das Gedächtnis der Galerie, lange bevor es Datenbanken gab. Heute ist er die Grundlage für Provenienz- und Vergleichsrecherchen.

Recherchen zu einzelnen Objekten auf Anfrage.

Seit 2016 · über 160 Auktionen

Datenbank Hammer Auktionen

Seit der Gründung 2016 hat Hammer Auktionen über 160 Auktionen durchgeführt. Jedes Los ist mit Fotografien, Beschreibung, Provenienz, Literatur und Ergebnis erfasst: mehrere tausend Objekte, die sich vergleichen, nachschlagen und zurückverfolgen lassen.

Die Datenbank ist der jüngste und am vollständigsten digitalisierte Teil des Archivs.

Drei Nachlässe, 1930er- bis 1990er-Jahre

Fotosammlungen

Unter anderem ergänzen folgende drei fotografische Nachlässe das Archiv. Sie zeigen die Kunst Afrikas aus drei Blickwinkeln: als Objekt vor der Kamera, als Reiseeindruck und im Ritual vor Ort.

Karteikarte Ernst Winizki mit Foto einer Dogon-Figur

Objektkarte Winizki. Dogon Skulptur.

Ernst Winizki

1915–1997, Zürich

Sammler, Händler und Fotograf. Winizki nahm seine Objekte selbst auf und veröffentlichte 1972 den Band «Gesichter Afrikas». Zum Nachlass gehören die Objektaufnahmen und die zugehörige Kartei. Auf einer Karte von 1960 steht als Herkunft: David, Basel. Die Bestände verweisen aufeinander.

Diakästen aus dem Nachlass Fusbahn, von seiner Hand beschriftet.

Heinz-Werner Fusbahn

Reisen ab 1932

Ingenieur und Pilot. Fusbahn flog ab 1932 fast jährlich nach Afrika, zunächst mit seiner Frau, der Flugpionierin Margaret Fusbahn, später allein. Seine Aufnahmen entstanden auf diesen Reisen.

Drei Männer mit weisser Gesichtsbemalung, einer spielt eine Panflöte

Aus dem Nachlass Walter Othmar Schicker, 1940er-Jahre.

Walter Othmar Schicker

Aufnahmen der 1940er-Jahre

Schweizer Fotograf. Schicker hielt in den 1940er-Jahren rituelle Handlungen im subsaharischen Afrika fest: Masken, Tänzer und Musiker im Gebrauch, also das, was am Objekt allein nicht mehr sichtbar ist.

Die drei Nachlässe werden nach und nach digitalisiert. Einzelne Aufnahmen auf Anfrage erhältlich.

Um 1900 bis 1930

Historische Postkartensammlung

Postkarten aus der Kolonialzeit waren Massenware. Heute sind sie seltene Quellen: Sie zeigen Töpferwaren auf dem Markt von Kpandu, einen Nkisi Nkondi am unteren Kongo, Bondo-Masken in Sierra Leone. Objekte im Gebrauch, an ihrem Ort, in ihrer Zeit.

Die Sammlung umfasst tausende Karten, geordnet nach Regionen und Motiven. Sie tragen den Blick ihrer Zeit; gerade deshalb sind sie für die Kontext- und Provenienzforschung unersetzlich.

Digitalisierung in Vorbereitung.

Historische Postkarte: Nkisi-Nkondi-Figur mit Nägeln, Belgisch-Kongo

«Congo. Le grand Fêtish Mabialla Mandembe», Photographie R. Visser, Nr. 17. Kongo.

Historische Postkarte: Tongefässe, Kpandu

«Kpandu – Topfwaren».

Historische Postkarte: Frauen mit zwei Bondo-Maskentänzerinnen, Sierra Leone

«Sierra Leone Protectorate. Bondoe Devils».

Historische Postkarte: Musiker mit Balafon, Sierra Leone

«Sierra Leone. Balange Player».

Recherche und Zugang

Die Bestände werden schrittweise digitalisiert und einzeln hier zugänglich gemacht. Bis dahin beantworte ich Anfragen zu Provenienz, Vergleichsstücken und Ausstellungsgeschichte einzelner Objekte persönlich.

Sobald neue Bestände online sind, informiere ich im Newsletter.